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Blog-Artikel

von M.Sc.Psych. Sabine Böhringer

ADHS Diagnostik bei Erwachsenen in unseren Testcentern

Autorin: M.Sc.Psych. Sabine Böhringer

Sabine Böhringer, M.Sc.Psych., ist eine erfahrene Psychologische Psychotherapeutin im FZP Fachzentrum für Psychotherapie Bonn. Frau Böhringer ist hat sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert und hilft damit insbesondere auch Menschen mit ADHS-Diagnosen. Aufgrund ihrer langjährigen auch wissenschaftlichen Tätigkeit ist sie Expertin für Test-Instrumentarien bei Erwachsenen. Sabine Böhringer ist Standortleiterin des FZP Fachzentrums für Psychotherapie Bonn und des dortigen ADHS-Testcenters.

ADHS im Erwachsenenalter: Warum viele Betroffene erst spät verstehen, was sie ihr Leben lang begleitet hat

In meiner psychotherapeutischen Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die viele Jahre lang davon überzeugt waren, mit ihnen stimme etwas nicht. Sie berichten, dass sie sich schlechter organisieren können als andere, Termine vergessen, Projekte nicht zu Ende bringen oder sich ständig überfordert fühlen. Viele haben bereits unzählige Kalender, To-do-Listen oder Selbstmanagement-Methoden ausprobiert und sich immer wieder vorgenommen, „es künftig besser zu machen“.

Nicht selten höre ich im ersten Gespräch Sätze wie: „Ich dachte immer, ich bin einfach chaotisch.“ Oder: „Andere schaffen das doch auch – warum fällt mir alles so schwer?“

Für viele Betroffene ist es eine große Erleichterung, wenn sich im Rahmen einer Diagnostik zeigt, dass hinter diesen Schwierigkeiten möglicherweise eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) steckt.

ADHS hört nicht mit dem Erwachsenwerden auf

Noch immer verbinden viele Menschen ADHS vor allem mit unruhigen Kindern, die im Unterricht nicht still sitzen können. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Störungsbild, das viele Betroffene ihr gesamtes Leben begleitet.

Während die typische motorische Unruhe im Erwachsenenalter häufig in den Hintergrund tritt, bleiben andere Symptome oft bestehen. Viele Erwachsene erleben sich als ständig getrieben, haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu steuern oder verlieren sich in Gedanken und Aufgaben. Manche beginnen voller Motivation mehrere Projekte gleichzeitig, schaffen es jedoch nur schwer, diese konsequent zu Ende zu führen. Andere fühlen sich dauerhaft erschöpft, weil selbst alltägliche Anforderungen enorme Energie kosten.

Von außen fällt dies häufig kaum auf. Viele Menschen mit ADHS entwickeln über Jahre Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Sie arbeiten länger als andere, kontrollieren sich stärker oder versuchen, Fehler durch besonders hohen Einsatz auszugleichen. Der Preis dafür ist oft eine erhebliche innere Anspannung.

Wenn die eigenen Schwierigkeiten plötzlich einen Namen bekommen

Viele Erwachsene, die zu uns kommen, haben bereits einen langen Weg hinter sich. Nicht selten wurden Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Organisationsschwierigkeiten über Jahre als persönliche Schwäche interpretiert.

Hinzu kommt, dass ADHS bei Erwachsenen häufig gemeinsam mit anderen psychischen Belastungen auftritt. Depressionen, Ängste, Erschöpfungszustände oder ein geringes Selbstwertgefühl sind keine Seltenheit. Oft behandeln Betroffene zunächst diese Beschwerden, ohne dass die eigentliche Ursache erkannt wird.

Eine Diagnostik kann deshalb weit mehr sein als die bloße Frage, ob eine Diagnose vorliegt oder nicht. Viele Menschen erleben die diagnostische Abklärung als Gelegenheit, die eigene Lebensgeschichte erstmals in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Erfahrungen aus Schule, Ausbildung, Beruf oder Beziehungen erscheinen plötzlich in einem neuen Licht.

Wie zeigt sich ADHS im Erwachsenenalter?

Die Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Einige Menschen leiden vor allem unter Konzentrationsproblemen und Ablenkbarkeit. Andere berichten von Schwierigkeiten, Aufgaben zu strukturieren, Prioritäten zu setzen oder Termine einzuhalten.

Häufig beschreiben Betroffene auch eine ausgeprägte innere Unruhe. Dabei handelt es sich nicht zwingend um sichtbare Hyperaktivität. Vielmehr berichten viele Menschen von einem Gefühl, nie wirklich abschalten zu können. Gedanken kreisen ständig, Ruhephasen fallen schwer und selbst in freien Momenten besteht häufig das Gefühl, etwas tun zu müssen.

Auch emotionale Reaktionen können intensiver erlebt werden. Frustration, Enttäuschung oder Kritik werden oft besonders stark wahrgenommen. Viele Betroffene entwickeln im Laufe der Jahre einen sehr kritischen Blick auf sich selbst und zweifeln an ihren Fähigkeiten, obwohl sie objektiv häufig leistungsfähig und engagiert sind.

Warum eine sorgfältige Diagnostik so wichtig ist

Nicht jede Konzentrationsstörung ist eine ADHS. Ähnliche Beschwerden können auch bei Depressionen, Angststörungen, chronischem Stress, Schlafstörungen oder anderen psychischen Belastungen auftreten.

Deshalb ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung entscheidend. Ziel ist es nicht, möglichst schnell eine Diagnose zu vergeben, sondern die Ursachen der Beschwerden fundiert zu verstehen.

In unseren Fachzentren für Psychotherapie betrachten wir deshalb nicht nur aktuelle Symptome, sondern immer auch die Entwicklung über die gesamte Lebensgeschichte hinweg. Ein wichtiges diagnostisches Kriterium ist beispielsweise die Frage, ob entsprechende Auffälligkeiten bereits in der Kindheit bestanden haben.

Daher beziehen wir – soweit möglich – Grundschulzeugnisse, frühere Befunde und Informationen von Bezugspersonen mit ein. Erst das Zusammenspiel verschiedener Informationsquellen ermöglicht eine verlässliche diagnostische Einschätzung.

Wie läuft die ADHS-Diagnostik im Fachzentrum für Psychotherapie ab?

Die Diagnostik erfolgt in mehreren Schritten und basiert auf wissenschaftlich anerkannten Verfahren.

Zu Beginn steht ein ausführliches diagnostisches Gespräch, in dem wir Ihre aktuelle Situation sowie die Entwicklung möglicher Beschwerden im Verlauf Ihres Lebens betrachten. Ergänzend kommen standardisierte Fragebögen und diagnostische Interviews zum Einsatz. Je nach Fragestellung werden dabei beispielsweise Verfahren wie der HASE-WRI, die WURS-K oder weitere etablierte Instrumente der ADHS-Diagnostik verwendet.

Darüber hinaus prüfen wir stets, ob andere psychische Belastungen oder Erkrankungen die Beschwerden mit erklären könnten. Denn eine seriöse Diagnostik bedeutet immer auch, andere mögliche Ursachen sorgfältig auszuschließen.

Am Ende steht eine diagnostische Einschätzung, die Ihnen Klarheit über die vorliegenden Befunde geben soll. Sie erhalten einen schriftlichen Befundbericht sowie Empfehlungen für mögliche weitere Schritte.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die gute Nachricht lautet: ADHS ist behandelbar.

Viele Erwachsene profitieren von einer psychotherapeutischen Begleitung. In der Verhaltenstherapie geht es häufig darum, hilfreiche Strategien für Organisation, Zeitmanagement und Selbststeuerung zu entwickeln. Gleichzeitig werden belastende Denk- und Verhaltensmuster bearbeitet, die sich oftmals über viele Jahre entwickelt haben.

Besonders wichtig erscheint mir dabei ein Aspekt: Viele Betroffene lernen im Verlauf der Therapie, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen. Sie erkennen, dass viele ihrer Schwierigkeiten nicht auf mangelnden Willen oder fehlende Disziplin zurückzuführen sind. Dieses Verständnis kann eine große Entlastung darstellen und den Weg für positive Veränderungen öffnen.

Je nach individueller Situation können zusätzlich medikamentöse Behandlungen durch Fachärztinnen und Fachärzte, Gruppentherapien oder weitere therapeutische Verfahren sinnvoll sein.

Mein Fazit

Viele Erwachsene leben über Jahre oder sogar Jahrzehnte mit einer unerkannten ADHS. Die Folgen reichen oft weit über Konzentrationsprobleme hinaus und können Beruf, Beziehungen, Selbstwertgefühl und Lebensqualität erheblich beeinflussen.

Eine fundierte Diagnostik schafft Klarheit. Sie kann helfen, die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen, bisherige Erfahrungen neu einzuordnen und passende Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie entlastend es für Menschen sein kann, wenn sie endlich eine nachvollziehbare Erklärung für langjährige Schwierigkeiten erhalten. Unabhängig davon, ob sich der Verdacht auf ADHS bestätigt oder nicht, ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung deshalb häufig ein wichtiger erster Schritt.

Warum eine ADHS-Diagnostik in den FZP Fachzentren für Psychotherapie?

Abschließend möchte ich noch einen Aspekt hervorheben, der vielen Menschen bei der Wahl eines geeigneten Diagnostik-Angebots wichtig ist: die Frage, wer die Diagnostik durchführt und wie viel Zeit für die individuelle Situation eines Menschen tatsächlich zur Verfügung steht.

In unseren FZP Fachzentren für Psychotherapie in Köln und Bonn wird die ADHS-Diagnostik ausschließlich von approbierten Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten durchgeführt. Das bedeutet, dass die diagnostische Einschätzung auf einer langjährigen psychotherapeutischen Ausbildung sowie umfassender Erfahrung in der Diagnostik psychischer Erkrankungen basiert.

Gleichzeitig profitieren unsere Patientinnen und Patienten von den Strukturen eines großen psychotherapeutischen Netzwerks. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Standorte und Therapeutinnen können wir häufig deutlich zeitnähere Termine anbieten als viele andere diagnostische Einrichtungen.

Besonders wichtig ist uns dabei jedoch der persönliche Kontakt. Moderne digitale Prozesse unterstützen uns dabei, bürokratische Abläufe effizient zu gestalten. Dadurch bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: das Gespräch mit Ihnen, das Verständnis Ihrer individuellen Lebensgeschichte und eine sorgfältige diagnostische Einschätzung.

Eine ADHS-Diagnostik sollte aus meiner Sicht nicht nur die Frage beantworten, ob eine Diagnose vorliegt oder nicht. Sie sollte Menschen dabei helfen, sich selbst besser zu verstehen und Orientierung für die nächsten Schritte zu gewinnen. Genau diesem Anspruch fühlen wir uns in den FZP Fachzentren für Psychotherapie verpflichtet.

ADHS-Diagnostik in unseren Testzentren

In unseren Standorten in Köln und Bonn verfügen wir über Testcenter für ADHS-Diagnostik für Erwachsene. In den Testzentren verfügen wir über wissenschaftlich anerkannte Testverfahren und können so eine Diagnose stellen. Durch unser großes Netzwerk von approbierten Psychologischen PsychotherapeutInnen in unseren Privatpraxen in Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen sind wir in der Lage, Ihnen nach einer ADHS-Diagnose adäquate therapeutische Hilfe anzubieten, beispielsweise in Form von ADHS-Gruppentherapiesitzungen.

Psychotherapie ohne lange Wartezeit

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Therapie zu beginnen, kann ein erstes Gespräch helfen, Klarheit zu gewinnen.

Im Fachzentrum für Psychotherapie bieten wir sowohl klassische Therapiesitzungen als auch Online-Psychotherapie an. Gemeinsam finden wir heraus, welche Form der Unterstützung für Sie passend ist.

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