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von Dipl.-Psych. Matthias Potreck

Was macht eine gute Psychotherapiepraxis wirklich aus?

Autor: Dipl.-Psych. Matthias Potreck

Matthias Poteck, Dipl.-Psych., ist der Gründer und Leiter der FZP Fachzentren für Psychotherapie in Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen. Nach seiner Approbation eröffnete er im Jahre 2017 seine erste Praxis in Köln, damals noch aus einem einzigen Raum bestehend. In den folgenden Jahren wuchs die Praxis immer weiter, es kamen dann die Standorte in Bonn, Düsseldorf und Aachen hinzu. Heute sind in den Fachzentren insgesamt 60 Psychologische PsychotherapeutInnen sowie Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen tätig.

... und woran erkennt man eine gute Psychotherapie-Praxis?

In meiner täglichen Arbeit als Psychologischer Psychotherapeut werde ich seit vielen Jahren immer wieder mit einer ähnlichen Frage konfrontiert:

„Herr Potreck, woran erkenne ich eigentlich eine gute Psychotherapiepraxis?“

Eine berechtigte Frage. Schließlich geht es bei der Suche nach einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten nicht um die Wahl eines Restaurants oder eines Hotels. Wer psychotherapeutische Hilfe sucht, befindet sich häufig in einer belastenden Lebensphase und möchte sicher sein, sich den richtigen Menschen anzuvertrauen.

Viele Menschen achten zunächst auf Bewertungen, Empfehlungen oder auf die Qualifikation der Therapeutinnen und Therapeuten. All das kann hilfreich sein. Nach mittlerweile mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Psychotherapie habe ich jedoch gelernt, dass die Qualität einer Psychotherapiepraxis von deutlich mehr Faktoren abhängt.

Fachliche Kompetenz ist wichtig. Ebenso wichtig sind jedoch Menschlichkeit, Vertrauen, Erreichbarkeit, ein wertschätzender Umgang und die Fähigkeit, Patientinnen und Patienten individuell zu begleiten.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten durfte ich viele hunderte Menschen auf unterschiedlichen Lebenswegen begleiten. Dabei habe ich immer wieder erlebt, dass erfolgreiche Psychotherapie dort entsteht, wo sich Menschen fachlich gut aufgehoben fühlen und gleichzeitig das Gefühl haben, als Mensch wahrgenommen und ernst genommen zu werden.

Aus meiner Sicht zeichnet sich eine gute Psychotherapiepraxis deshalb nicht nur durch Qualifikationen, Zertifikate oder schöne Praxisräume aus. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus fachlicher Qualität, persönlicher Betreuung und einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung.

Doch woran lässt sich das konkret erkennen? Darauf möchte ich in diesem Beitrag eingehen.

Gute Psychotherapie beginnt mit Vertrauen

Wenn Menschen zum ersten Mal Kontakt zu einer Psychotherapiepraxis aufnehmen, haben sie oft bereits einen längeren Leidensweg hinter sich. Manche kämpfen seit Monaten mit Ängsten, Schlafstörungen oder Depressionen. Andere befinden sich in einer persönlichen Krise, erleben Konflikte in ihrer Partnerschaft oder fühlen sich beruflich dauerhaft überlastet.

In dieser Situation geht es häufig nicht nur darum, möglichst schnell einen Termin zu erhalten. Viele Menschen wünschen sich vor allem die Gewissheit, mit ihren Sorgen ernst genommen zu werden.

Aus meiner Erfahrung beginnt gute Psychotherapie deshalb nicht erst im Therapieraum. Sie beginnt bereits beim ersten Kontakt.

Wie wird auf eine Anfrage reagiert? Wird zugehört? Werden Fragen beantwortet? Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner? Meldet man sich zeitnah zurück? Fühlt man sich willkommen und verstanden?

Diese Aspekte mögen auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen. In der Praxis machen sie jedoch oft einen großen Unterschied.

Die wissenschaftliche Forschung zeigt seit vielen Jahren, dass die therapeutische Beziehung einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer Psychotherapie ist. Menschen müssen Vertrauen entwickeln können. Sie müssen das Gefühl haben, offen über ihre Gedanken, Gefühle und Sorgen sprechen zu können.

Deshalb empfehle ich Patientinnen und Patienten immer, auch auf ihr eigenes Gefühl zu achten. Fühle ich mich verstanden? Kann ich offen sprechen? Habe ich den Eindruck, dass mein Anliegen ernst genommen wird?

Natürlich braucht Vertrauen Zeit. Niemand muss sich bereits im ersten Gespräch vollständig öffnen. Dennoch entsteht häufig schon früh ein erster Eindruck davon, ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sein könnte.

Eine gute Psychotherapiepraxis schafft hierfür die notwendigen Voraussetzungen: durch einen respektvollen Umgang, durch Verlässlichkeit und durch echtes Interesse am Menschen hinter den Symptomen. Manchmal gehört dazu auch, klar und ehrlich zu sprechen, eine andere Perspektive einzubringen oder schwierige Themen behutsam anzusprechen. Gerade darin zeigt sich ein Umgang auf Augenhöhe: nicht einfach nach dem Mund zu reden, sondern gemeinsam ehrlich hinzuschauen.

Denn am Ende geht es in der Psychotherapie nicht nur um Diagnosen oder Behandlungsmethoden. Es geht immer auch um die Beziehung zwischen Menschen.

Menschlichkeit ist ein Qualitätsmerkmal

In den vergangenen 20 Jahren habe ich viele Menschen kennengelernt, die sich zunächst gar nicht wegen einer bestimmten Diagnose an uns gewandt haben. Häufig stand vielmehr ein ganz anderer Wunsch im Vordergrund:

„Ich möchte endlich mit jemandem sprechen, der mich versteht.“

Dieser Wunsch ist nachvollziehbar. Wer psychotherapeutische Unterstützung sucht, befindet sich oft in einer belastenden Lebenssituation. Viele Menschen haben bereits lange versucht, ihre Schwierigkeiten allein zu bewältigen. Manche haben sich sogar mehrfach überwunden, bevor sie erstmals Kontakt zu einer Praxis aufnehmen.

Gerade deshalb halte ich Menschlichkeit für ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer Psychotherapiepraxis.

Menschlichkeit bedeutet für mich nicht, dass fachliche Standards vernachlässigt werden. Im Gegenteil. Sie zeigt sich darin, wie Menschen behandelt werden. Werden sie ernst genommen? Werden ihre Sorgen gehört? Wird auf ihre individuelle Situation eingegangen? Fühlen sie sich willkommen?

Aus meiner Erfahrung sind es häufig die kleinen Dinge, die Vertrauen schaffen:

Ein persönliches Gespräch statt einer anonymen Standardantwort. Ein verständnisvoller Umgang mit Unsicherheiten. Ein persönlicher Rückruf statt nur einer E-Mail. Die Bereitschaft, Fragen zu beantworten. Die Erfahrung, nicht nur als Patientin oder Patient, sondern als Mensch wahrgenommen zu werden.

Viele Patientinnen und Patienten berichten uns später, dass bereits der erste Kontakt mit unserer Praxis einen Unterschied gemacht habe. Nicht, weil sofort alle Probleme gelöst waren. Sondern weil sie das Gefühl hatten, mit ihrem Anliegen nicht allein zu sein. Weil schon im Erstkontakt jemand wirklich zuhört.

Gerade in der Psychotherapie sollte niemand das Gefühl haben, lediglich eine Akte, eine Diagnose oder eine Terminanfrage zu sein.

Eine gute Psychotherapiepraxis verbindet fachliche Kompetenz mit echter Wertschätzung für die Menschen, die Hilfe suchen. Aus meiner Sicht gehören beide Aspekte untrennbar zusammen.

Denn erfolgreiche Psychotherapie entsteht dort, wo sich Menschen sicher genug fühlen, offen über das sprechen zu können, was sie belastet.

Fachliche Kompetenz bleibt unverzichtbar

So wichtig Vertrauen, Menschlichkeit und eine gute therapeutische Beziehung auch sind – sie allein reichen nicht aus.

Psychotherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Heilverfahren. Menschen, die sich mit Depressionen, Ängsten, Traumafolgestörungen, Burnout, Zwängen, ADHS oder anderen psychischen Belastungen an eine Praxis wenden, haben Anspruch auf eine Behandlung nach anerkannten fachlichen Standards.

Deshalb gehört fachliche Kompetenz für mich zu den unverzichtbaren Grundlagen einer guten Psychotherapiepraxis.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist zunächst die Approbation. Sie ist die staatliche Zulassung zur eigenverantwortlichen Ausübung von Psychotherapie und setzt eine umfassende akademische Ausbildung sowie eine mehrjährige praktische Qualifikation voraus.

Darüber hinaus spielen Spezialisierungen eine wichtige Rolle. Nicht jede Therapeutin und jeder Therapeut beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit denselben Themen. Während einige Kolleginnen und Kollegen besondere Erfahrung in der Behandlung von Angststörungen oder Depressionen haben, liegen die Schwerpunkte anderer beispielsweise im Bereich ADHS, Traumatherapie, Paartherapie oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Aus meiner Sicht ist es deshalb wichtig, dass Patientinnen und Patienten nicht einfach irgendeinen freien Therapieplatz erhalten, sondern möglichst eine Therapeutin oder einen Therapeuten finden, die oder der zu ihrem Anliegen passt.

Ebenso wichtig ist die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung. Die Psychotherapieforschung entwickelt sich ständig weiter. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, Behandlungskonzepte werden weiterentwickelt und bestehende Verfahren fortlaufend überprüft.

Eine gute Psychotherapiepraxis zeichnet sich deshalb nicht nur durch eine fundierte Ausbildung aus, sondern auch durch die Bereitschaft, lebenslang zu lernen und die eigene Arbeit regelmäßig zu reflektieren.

Denn Vertrauen und Menschlichkeit schaffen die Grundlage einer Therapie. Die fachliche Kompetenz sorgt dafür, dass diese Grundlage professionell genutzt werden kann.

Warum Supervision ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist

Ein Qualitätsmerkmal, das vielen Patientinnen und Patienten zunächst gar nicht bekannt ist, ist die sogenannte Supervision.

Dabei handelt es sich nicht um eine Kontrolle im klassischen Sinn. Vielmehr bietet Supervision die Möglichkeit, therapeutische Arbeit gemeinsam mit besonders erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zu reflektieren und fachliche Fragestellungen zu besprechen.

Ich halte Supervision für einen unverzichtbaren Bestandteil professioneller Psychotherapie.

Auch nach vielen Berufsjahren entstehen immer wieder Situationen, in denen ein zusätzlicher fachlicher Blick hilfreich sein kann. Psychotherapie ist Arbeit mit Menschen – und jeder Mensch bringt seine eigene Lebensgeschichte, Persönlichkeit und individuelle Situation mit.

Die regelmäßige Reflexion therapeutischer Prozesse trägt dazu bei, Behandlungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Qualität langfristig zu sichern.

Deshalb werden die Therapeutinnen und Therapeuten der FZP Fachzentren für Psychotherapie durch erfahrene externe Supervisorinnen und Supervisoren begleitet. Diese unabhängige fachliche Perspektive hilft dabei, therapeutische Fragestellungen zu diskutieren, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen und die Behandlung kontinuierlich an hohen fachlichen Standards auszurichten.

Aus meiner Sicht ist die Bereitschaft zur Supervision kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Professionalität.

Wer therapeutisch arbeitet, sollte bereit sein, die eigene Arbeit regelmäßig zu reflektieren, dazuzulernen und neue Perspektiven einzubeziehen.

Gerade deshalb betrachte ich Supervision als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale einer modernen psychotherapeutischen Praxis.

Die passende Therapeutin oder den passenden Therapeuten finden

Eine Frage begegnet mir seit vielen Jahren immer wieder:

„Wer ist denn der beste Psychotherapeut?“

Meine Antwort darauf überrascht manche Menschen zunächst: Den einen besten Psychotherapeuten gibt es aus meiner Sicht nicht.

Viel wichtiger ist die Frage, welche Therapeutin oder welcher Therapeut zu Ihnen, Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Anliegen passt.

In über 20 Jahren psychotherapeutischer Arbeit habe ich immer wieder erlebt, dass selbst die fachlich beste Ausbildung wenig hilft, wenn die therapeutische Beziehung nicht entsteht. Umgekehrt können Menschen oft erstaunliche Fortschritte machen, wenn sie sich verstanden, ernst genommen und gut aufgehoben fühlen.

Jeder Mensch ist anders. Manche Patientinnen und Patienten wünschen sich eine eher strukturierte und zielorientierte Herangehensweise. Andere benötigen zunächst viel Raum, um Vertrauen aufzubauen und über ihre Situation zu sprechen. Hinzu kommen unterschiedliche fachliche Schwerpunkte, Lebenserfahrungen und Persönlichkeiten auf Seiten der Therapeutinnen und Therapeuten.

Deshalb halte ich die therapeutische Passung für einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren einer Psychotherapie.

Genau aus diesem Grund bin ich seit vielen Jahren überzeugt, dass psychotherapeutische Versorgung nicht allein darin bestehen sollte, möglichst schnell irgendeinen Therapieplatz zu vergeben. Viel wichtiger ist es, gemeinsam zu überlegen, welche Therapeutin oder welcher Therapeut am besten zu den individuellen Bedürfnissen eines Menschen passt.

In den FZP Fachzentren für Psychotherapie profitieren unsere Patientinnen und Patienten von einem Team mit unterschiedlichen Spezialisierungen und Persönlichkeiten. Dadurch können wir bereits bei der ersten Kontaktaufnahme berücksichtigen, welches Anliegen besteht und welche Therapeutin oder welcher Therapeut hierfür besonders geeignet sein könnte.

Und sollte sich im Verlauf einer Behandlung dennoch zeigen, dass die Chemie nicht stimmt, ist das keineswegs ungewöhnlich. Psychotherapie lebt von Vertrauen. Deshalb kann es manchmal sinnvoll sein, gemeinsam nach einer passenderen Lösung zu suchen.

Aus meiner Sicht ist es ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer Psychotherapiepraxis, nicht nur freie Termine anzubieten, sondern Menschen dabei zu unterstützen, die für sie passende Therapeutin oder den für sie passenden Therapeuten zu finden.

Erfahrung schafft Vertrauen

Als ich vor mehr als 20 Jahren die ersten Schritte in Richtung eines eigenen Fachzentrums für Psychotherapie unternommen habe, stand ein Gedanke im Mittelpunkt:

Menschen sollten möglichst schnell Zugang zu qualifizierter psychotherapeutischer Unterstützung erhalten und dabei persönlich begleitet werden.

Damals wie heute erlebe ich, wie belastend die Suche nach einem geeigneten Therapieplatz für viele Betroffene sein kann. Umso wichtiger war und ist es mir, Strukturen zu schaffen, die sowohl fachliche Qualität als auch menschliche Nähe ermöglichen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die Fachzentren für Psychotherapie kontinuierlich gewachsen. Heute arbeiten an unseren Standorten in Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen rund 60 approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit unterschiedlichen Spezialisierungen zusammen.

Besonders stolz macht mich dabei nicht die Größe unseres Netzwerks, sondern die Erfahrung, die in diesem Netzwerk zusammenkommt. Täglich begleiten unsere Kolleginnen und Kollegen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, Herausforderungen und psychischen Belastungen.

Diese langjährige Erfahrung hat uns gelehrt, dass gute Psychotherapie niemals nach einem festen Schema funktioniert. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Jede Behandlung erfordert individuelle Aufmerksamkeit, fachliche Kompetenz und die Bereitschaft, den Menschen hinter seinen Symptomen zu sehen.

Natürlich macht Erfahrung allein noch keine gute Psychotherapie aus. Sie kann jedoch ein Hinweis auf gewachsene Strukturen, eingespielte Abläufe und eine kontinuierliche Weiterentwicklung sein.

Viele Qualitätsmerkmale, die Patientinnen und Patienten heute als selbstverständlich erleben, entstehen erst durch langjährige praktische Erfahrung. Dazu gehören klare Prozesse, eine sorgfältige Vermittlung, fachlicher Austausch, Supervision und die Fähigkeit, auch in komplexen Situationen die passende Unterstützung zu organisieren.

Für mich bedeutet Erfahrung deshalb nicht, stehen zu bleiben. Im Gegenteil. Erfahrung bedeutet, neugierig zu bleiben, dazuzulernen und die eigene Arbeit immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Gerade in einer Zeit, in der digitale Angebote und automatisierte Tests immer häufiger werden, bleibt die persönliche psychotherapeutische Begleitung durch erfahrene Fachleute aus meiner Sicht unverzichtbar.

Qualität zeigt sich auch in den Strukturen einer Praxis

Wenn Menschen an die Qualität einer Psychotherapiepraxis denken, haben sie häufig zunächst die Therapeutinnen und Therapeuten im Blick. Das ist verständlich. Gleichzeitig wird oft unterschätzt, wie wichtig die organisatorischen Strukturen einer Praxis für die spätere Behandlung sein können.

Nach meiner Erfahrung zeigt sich Qualität häufig bereits lange vor dem ersten Therapietermin.

Wie schnell erhält jemand eine Rückmeldung auf seine Anfrage? Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner? Wird sich Zeit genommen, um das Anliegen zu verstehen? Oder landet die Anfrage in einem anonymen System, in dem sich niemand wirklich verantwortlich fühlt?

Gerade Menschen, die sich in einer psychischen Belastungssituation befinden, wünschen sich Orientierung, Verlässlichkeit und einen menschlichen Kontakt. Deshalb halte ich persönliche Erreichbarkeit und individuelle Betreuung für wichtige Bestandteile einer guten psychotherapeutischen Versorgung.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder erlebt, wie erleichtert Patientinnen und Patienten sind, wenn sie nicht allein gelassen werden, sondern einen Ansprechpartner haben, der sie durch die ersten Schritte begleitet.

Ebenso wichtig sind funktionierende Strukturen im Hintergrund. Dazu gehören klare Abläufe, eine klare und verlässliche Organisation und ein professionelles Praxismanagement.

Seit der Gründung der Fachzentren für Psychotherapie beschäftigt mich immer wieder eine zentrale Frage: Wie können wir unsere Praxisstrukturen so weiterentwickeln, dass Patientinnen und Patienten davon spürbar profitieren?

Dazu gehört für mich auch die Bereitschaft, Innovationen und digitale Entwicklungen sorgfältig zu prüfen und dort einzusetzen, wo sie unsere Arbeit wirklich verbessern. Nicht, um den persönlichen Kontakt zu ersetzen, sondern um ihn zu stärken.

Denn gut organisierte Abläufe schaffen etwas sehr Wertvolles: Zeit. Zeit für den persönlichen Austausch. Zeit für therapeutische Arbeit. Zeit für die individuelle Begleitung von Menschen, die Unterstützung suchen.

Viele dieser digitalen und organisatorischen Prozesse bleiben für Patientinnen und Patienten im Alltag im Hintergrund. Genau dort entfalten sie jedoch ihre Wirkung. Sie tragen dazu bei, dass psychotherapeutische Versorgung zuverlässig, professionell und patientenorientiert erfolgen kann – ohne dass unnötige Bürokratie den Raum einnimmt, der eigentlich der therapeutischen Beziehung gehören sollte.

Externe Qualitätsnachweise schaffen zusätzliche Orientierung

Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, woran sie die Qualität einer Psychotherapiepraxis möglichst objektiv erkennen können.

Natürlich kann kein Qualitätssiegel und keine Auszeichnung die persönliche Erfahrung oder die therapeutische Beziehung ersetzen. Dennoch können externe Qualitätsnachweise eine hilfreiche Orientierung bieten.

Aus meiner Sicht lohnt es sich deshalb, auch darauf zu achten, ob eine Praxis über die eigene Selbstdarstellung hinaus von unabhängigen Stellen wahrgenommen oder überprüft wird.

Ein Beispiel hierfür sind Qualitätspartnerschaften mit privaten Krankenversicherungen. Die FZP Fachzentren für Psychotherapie unterhalten entsprechende Qualitätspartnerschaften mit ausgewählten privaten Krankenversicherungen. Ziel dieser Kooperationen ist eine qualitativ hochwertige und möglichst zeitnahe psychotherapeutische Versorgung der Versicherten auf Grundlage gemeinsam vereinbarter Qualitätsstandards.

Diese Partnerschaften verstehe ich als Ausdruck von Vertrauen und als Bestätigung etablierter Qualitätsstrukturen. Gleichzeitig ersetzen auch solche Kooperationen nicht das, was aus meiner Sicht den Kern guter Psychotherapie ausmacht: die vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeutin oder Therapeut und Patientin oder Patient.

Mehr über unsere Qualitätspartnerschaften mit privaten Krankenversicherungen erfahren

Die Fachzentren für Psychotherapie wurden darüber hinaus wiederholt in regionalen und überregionalen Medien vorgestellt und unter anderem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung portraitiert.

Solche Veröffentlichungen bieten Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, sich ein unabhängiges Bild von einem Versorgungskonzept und dessen Entwicklung zu machen.

Gleichzeitig halte ich Transparenz für einen wichtigen Bestandteil von Qualität. Patientinnen und Patienten sollten nachvollziehen können, welche fachlichen Standards gelten, wie Qualität gesichert wird und welche Qualifikationen die behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten mitbringen.

Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Informationen zu unseren Qualitätsstandards, unserer Qualitätssicherung, unseren Supervisorinnen und Supervisoren sowie unserem therapeutischen Selbstverständnis auf einer eigenen Informationsseite zusammengefasst.

Mehr über Qualität & Expertise in den FZP Fachzentren für Psychotherapie erfahren

Letztlich können externe Qualitätsnachweise eine hilfreiche Orientierung bieten. Entscheidend bleibt jedoch immer das Gesamtbild: fachliche Kompetenz, persönliche Betreuung, Erfahrung, Transparenz und die Fähigkeit, Menschen individuell zu begleiten.

Mein persönliches Fazit nach über 20 Jahren Psychotherapie

Wenn mich heute jemand fragt, woran man eine gute Psychotherapiepraxis erkennt, dann denke ich nicht zuerst an Zertifikate, Auszeichnungen oder Bewertungen.

Ich denke an die Menschen, die den Mut gefunden haben, sich Unterstützung zu suchen.

An Menschen, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden und darauf vertrauen müssen, dass sie ernst genommen, verstanden und kompetent begleitet werden.

Nach über 20 Jahren in der Psychotherapie bin ich überzeugt, dass gute psychotherapeutische Versorgung immer aus mehreren Bausteinen besteht.

Dazu gehören fachliche Kompetenz, wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden, kontinuierliche Fortbildung und Qualitätssicherung. Ebenso wichtig sind jedoch Menschlichkeit, Wertschätzung, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufzubauen.

Eine gute Psychotherapiepraxis erkennt man deshalb aus meiner Sicht nicht an einem einzelnen Merkmal. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Erfahrung, Qualität, persönlicher Betreuung und einer echten Orientierung am Menschen.

Vielleicht ist das auch der wichtigste Gedanke, den ich Ihnen mitgeben möchte:

Suchen Sie nicht nach dem „besten” Psychotherapeuten.

Suchen Sie nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten, bei der oder dem Sie sich fachlich gut aufgehoben und menschlich verstanden fühlen.

Denn dort entstehen die Voraussetzungen für erfolgreiche Psychotherapie.

Herzlichst

Ihr Dipl.-Psych. Matthias Potreck
Psychologischer Psychotherapeut
Gründer und Leiter der FZP Fachzentren für Psychotherapie

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